Festival Maritim vom 2. bis 4. August 2019

Seit über zwanzig Jahren entern um diese Zeit hochkarätige internationale maritime Musiker die Kaien, Piere dun Uferpromenaden Vegesacks. Diese Anlandestelle nördlich der stolzen Hansestadt Bremen ist seit Jahrhunderten dafür bekannt, mit heimeligen Kneipen und energischen Wirten den allzu vertrauensvollen Seeleuten die „Geldbeutel leerzufegen“ – daher der Name.

Aber für seinen Namen kann man ja nichts, wer wüsste das besser als wir vier – Bill Brook, Lou Rupp, Thies Hope und Pinne Berg. Somit mischten wir uns ganz ohne Scheu in das internationale Pottpüree und rührten selbst ein- zweimal richtig um. So kamen wir auch richtig ‚rum und auf diversen Bühnen entlang der Uferpromenade zum Einsatz – schießlich hatten wir, ehe das Festival Maritim selbst ganz rum war,  sechs tolle Auftritte über die Bühne gebracht.

Eine besondere Freude war es für uns, dass wir angelegenlich nächtlicher Schlaferei auf dem legendären „Schulschiff Deutschland“ untergebracht waren. Schmale Kojen, sachter Seegang und das Quaken der Vegesäcker Enten, die morgendlich direkt vor dem Bullauge vorbeizogen, verschafften uns reinste Heimatgefühle.

Vor lauter Ergriffenheit ergriffen wir sogar Gelegenheit, unseren Pinne anhand der diversen nauthentischen Gerätschaften ordentlich nachzuschulen, bis er selber etwas ergriff, nämlich die Flucht ins Krähennest.

Hamburger Hafen am 29. Mai 2019

Wenn sich gute Leute zusammentun, um Gutes zu tun, dann, kann es sein tun, dass man es mit dem Rotary-Club zu tun hat. An diesem ebenso sonnigen wie wonnigen Maitag enterten wir eine schlohweiße Barkasse im Hamburger Hafen, um einer international durchmischten Delegation dieser höchstehrenwerten Gesellschaft aufzuspielen.

Die aus aller Herren Länder angereisten Rotarier weilten gerade zu einem mehrtägigen Weltkongress in der Hansestadt und hatten also ordentlich Zeit mitgebracht. Gute drei Stunden, in denen uns die Melodien aber nicht ausgingen,  schipperten wir mit der MS Hamburg längs und quer der diversen Kurse, auf denen sowohl der Neugierige als auch der Kenner der Nauthentik zwischen den Flügeln des Tores zur Welt immer noch etwas Ungeahntes entdecken kann.

Da wir aus lauter Freude über den gelungenen Törn im gleißenden Sonnenschein aus dem grinsebackigen Strahlen nicht mehr herauskamen, wurde uns aus Gründen des Strahlenschutzes von der zu Recht alarmierten Hafenbehörde sogar eine eigene kleine Wolke zugeteilt (siehe Bild).

 

Wellenbrecher am 22. März 2019

Wenn sich die Eisschollen wieder ins Nordmeer zurückziehen und die Fahrrinnen wieder frei werden, dann regt sich etwas im Seemann, das ihn in die Ferne zieht. Gleichzeitig erwächst in jeder echten Teerjacke aber auch das Bedürfnis nach Beieinandersein, denn wer weiß, wohin einen der Wind des Lebens tragen wird und wann man die Freunde wiedersieht… und ob überhaupt. Wie jedes Jahr um diese Zeit enterten wir daher die Bühne des formidablen KNUST, um  eine weitere Ausgabe unseres legendären Wellenbrechers zu feiern.

Zu diesem 4. Hamburger Wellenbrecher rotteten wir uns mal wieder mit unseren BFFs (Best Freibeuters Forever) Mister Hurley & die Pulveraffen zusammen. Mit an Bord nahmen wir die liederlichen Likedeeler-Lehrlinge von Folks on Planks. Die allgemeines Zusammenseinsfreude trug uns auf geselligen Schwingen gleich zu Beginn schon fast davon, so dass wir beinahe vergaßen, die Türen des KNUST rechtzeitig zu öffnen. Als dann auch noch Publikum eintraf, wurde die ganze Chose gleich noch besser.

Aber dann wurde es ein famoser Abend voller seensüchtiger Sentenzen und meernaher Melodien. Abgerundet wurde unser Beisammensein durch den dichtesten aller Schotten: MacPiet schunkelte die versammelte Bagage mit den schönsten Songs des keltischen Sehnsuchtsraumes in den dämmernden neuen Tag. Während sich das angespülte Strandgut auf dem morgenvertauten Lattenplatz verabschiedend in den Armen lag, wurde das nachträgliche Motto des Abends geprägt:

Einmalig, aber nicht unwiederholbar! 

Wacken 22. bis 24 Februar 2019

Lange bevor die ersten Knospen des Frühlings die Schneedecke in den kalten Ebenen Steinburgs durchstoßen, treiben auf den Äckern der holsteinischen Geest bereits ganz andere Blüten: Die Blumen des Rock. Jedes Jahr gegen Ende Februar lädt hier eine beschauliche Landgemeinde zu den Wacken Winter Nights, einer mystischen Veranstaltung, die Metalheads, Mystikfans und Mittelalterfreaks von weit weit her auf die Endmoränen östlich des Nord-Ostsee-Kanals lockt.

Drei lange Tage und noch längere Nächte feierten auch wir in diesem Jahr wieder mit tausenden Musikfreunden dieses stimmungsvolle Festival, das mit hunderten Highlights funkelte. So hatten wir Gelegenheit, mit den legendären Bukanonierern von MacCabe & Kanaka ein simultanübersetztes Meerweib zu besingen, etwas „Mystic“ in die „Woods“ zu bringen, unserem Rhythmusesel „Bifi“ mal seinen großen Bruder, den Wacken-Schädel zu zeigen und gegen Mitternacht unter Anwendung unserer one-Chord-Kenntnisse aus einer spontanen Jamsession eine „Chain of fools“ zu spleißen.

Obwohl ganz am Anfang gelagert, waren die Wacken Winter Nights für uns einer der Höhepunkte des Jahres. Und obwohl wir nach den drei Tagen völlig fix und alle waren und zurück an  wieder an Bord erstmal für eine Woche in die Hängematten mussten, sind wir jederzeit wieder dabei, wenn es heißt: „Auf in das Land, wo die Pommesgabeln steh’n!“

Gassenhauer Nienburg am 10. November 2018

Im malerischen Nienburg an der Weser sorgt die lokale Zeitung Die Harke dafür, dass jeder  Nienburger über sein Nienburg Bescheid weiß. Einmal im Jahr. Organisiert dieses Lokalblatt ein Kneipenfestival in den lokalen Lokalen. Für dieses Gassenhauer-Festival  strömten an diesem windigen Novembertag mehr als ein Dutzend Bands in die Nienburger Altstadt und füllten die Kneipen mit Rhythmus, Klang & Gesang.

Wir fanden uns im Wirtshaus zum Schwarzen Keiler ein, um an diesem Abend unsere nauthentischen Mitbringsel unter die feierwütigen Nienburger zu bringen. Dafür wurde uns direkt gegenüber des Eingangs – taktisch günstig zwischen Treppenaufgang und  Küche – eine phantastische Bühne bereitet, die wir melodiös in Seegang versetzten.

im Verlaufe einer gewaltigen mehrstündigen Feierei kramten wir aber auch jede noch so unglaubwürdige Geschichte aus der Seekiste und sponnen daraus ein stabiles Seemansgarn, mit dem wir die Nienburger kunstvoll umgarnten. Der Morgen begann, wie der Abend endete, mit einer gemeinsamen Session mit unseren lieben Freunden von Toe The Line, die sich nach ihrem umjubelten Auftritt im Kulturwerk zu einem Absacker Schwarzen Keiler eingefunden hatten.

KNUST am 11. September 2018

An diesem sonnigen Dienstagabend waren wir endlich einmal wieder auf Landgang in der „schönsten Stadt der Welt“ – zumindest lt. bescheidender Eigeneinschätzung.

Wir taumelten gerade, oder eben auch gerade nicht, zwischen Sankt Pauli (im Szenejargon „Pauli“ genannt), dem Schanzenviertel – dem Kenner als „Schanze“ bekannt – und dem Karoviertel (im hippen Neusprech oft als „Karoviertel“ bezeichnet) umher, als wir auf dem Lattenplatz vor dem KNUST eine Bühne entdeckten. Da davor Tische!  Da herum Leute!

Verlegenheiten in Gelegenheiten zu wandeln, darin sind wir ja bekanntlich ganz groß. Also enterten wir die Bühne und beschunkelten unser Publikum nach allen Regeln der Seemannskunst. Unsere lieben Freunde, die Crew  vom legendären KNUST bereitete uns kompetent und flexibel hierfür einen Abend lang eine Bühne.

Krakenfest am 5. Mai 2018

Seit langer Zeit sorgt die fanta(sy)tastische Manufaktur der Freunde von Freyhand im Süden Hamburgs für unsere ganz persönlichen Merchandise-Produkte. Von deren Qualität könnt Ihr Euch übrigens oben unter dem Button „Souveniers“ überzeugen. Daher nutzten wir an diesem sonnigen Sonntagvormittag herzlich gerne die Gelegenheit, unter dem schattigen Sonnensegel des Krakenfestes aufzutreten.

so gesehen von Sandra

Auf dem ländlichen Anwesen am Rande der Hansestadt, wo die Freyhändigen ihre Werkstätten haben, waren zahlreiche Marktstände aufgebaut. Zudem gab es auch reichlich für leibliche Bedürfnisse und allerorten herrschte gute Laune und überschäumende Froheit. Nur uns gefror das Grinsen praktisch im Angesicht, als wir wenige Augenblicke vor unserem Auftritt feststellten, dass wir unsere Hüte an Bord vergessen hatten.

Glücklicherweise waren wir ja von zahlreichen ebenso einfallsreichen wie großzügigen Leuten umgeben, die aus dem Stand eine spontane Hut-Sammlung für uns organisierten. Dabei kam eine ganze Ladung an exklusiven Kopfbedeckungen (siehe Bild) zusammen, aus denen wir uns reichlich bedienen konnten.

 

KNUST am 31. März 2018

Wenn die Eisschollen sich gen Norden zurückziehen und der freundliche Südwind die Lüfte erwärmt, beginnt für den Seemann wieder die Fahrenszeit. Daher feiern wir in jedem Frühling den Hamburger Wellenbrecher, zu dem wir uns jedesmal nautische Unterstützung an Bord holen, indem wir uns andere Musiker einladen, um für einen Abend – und die halbe  Nacht – die Liebe, die Treue und die Seensucht zu feiern.

… so gesehen von Konny

Ende März war es wieder soweit. Ein Haufen sangesfreudiger Musikanten enterte die Bühne des legendären KNUST, während sich mehrere Haufen hörwilliger Zuschauer davor zusammenballten.  Zur Eröffnung des Abend packten die Traditionalisten von Wide Range ihr ganzes beneidenswertes Können in Sachen tunes, jigs & reels aus und formten aus dem feierfreudigen Publikum einen formschönen Hüpfballon, der zu den Melodien der Grünen Insel, von Alba und Americana hoppste.

… so gesehen von Konny.

Danach bekamen wir Gelegenheit, in das heißgeschunkelte Meer der Sympathie hinauszutauchen, das uns Wide Range vor der Bühne hinterlassen hatte. An den Anfang hatten wir einige unserer persönlichen Lieblings-Melodien gepackt. Da es uns immer schwerfällt, zu entscheiden, welche eigentlich die beste ist, spielen wir sie manchmal alle zusammen. Gleichzeitig. Nach diesem und anderen nauthentischen Kunst- und Kabinettstückchen hatten wir eigentlich geplant, uns nach zwei Stunden mit unserem neuen Raus-Schunkler „Abschied“ von der Bühne zu verschunkeln. Diese Milchmädchenrechnung verkäste uns das jubelnde Publikum aber gründlich. Erst nach reichlich Zugaben und Zurücklassung unserer gebrochenen Herzen, wesentlicher Teile der Bühnendekoration und unseres Ultralight-Matrosen Hassel Brook ließ man uns von der Bühne. Nach kurzer Sammlung versammelten wir uns dann mit allen Anderen davor.

… so gesehen von Konny.

Genau rechtzeitig, denn anschließend legten Ye Banished Privateers mit ihrem piratigen Power-Folk richtig los. Die multi-instrumentellen Gesangeskünster aus Schweden füllten die Bühne sowohl personell als auch charismatisch gesehen vollkommen aus und rissen jeden mit in einen rasanten Strudel aus nauthentischen Melodien und damit unterlegten Sanges-Geschichten über heimelige Häfen, deren übel beleumd- und beleuchtete Tavernen, dort im Zwielicht lauernde Halunken, von diesen ausgehaltene herz- und genickbrechende Bordsteinschwalben und entsprechend stockbetrunkene Glücksritter.

Im Hintergrund Stimmung, im Vordergrund der Grund

Mittlerweile ist es auf dem Hamburger Wellenbrecher bereits gelebte Tradidition, dass unser Freund MacPiet am Schluss die „Schotten dicht“ macht.  So nahm er denn auf dem Höhepunkt der Nacht die Gitarre auf und stellte sie nicht vor Ankunft der Morgendämmerung  wieder weg. So schunkelten wir alle im Scheine der beerlights durch das Foyer des KNUST, bis schließlich nicht nur mehr die Schotten dicht waren.

Am Schluss stand dann auch nicht mehr viel, dennoch Eines fest:

Der 3. Hamburger Wellenbrecher war einmalig… aber nicht unwiederholbar.  

Wacken vom 23. bis zum 25. Februar 2018

Wer Wacken kennt, der weiß: Von Wacken bekommt man nie genug! Um den Kernaufgabenbereich des traditionsreichen Festivals herum haben sich inzwischen über die Jahre einige weitere Veranstaltungen hinzugefügt. Dazu gehört zum Beispiel die Full Metal Cruise, auf der  wir uns ja bereits vor einiger Zeit einmal einschiffen durften. Die ganz harten Metallköpfe finden sich allerdings im Februar zu den Wacken Winter Nights in der norddeutschen Tiefebene ein. Angesichts der vor-frühlingshaften Kühle ist es allerdings ratsam, dabei gewisse kleidungstechnische Kompromisse zu machen – siehe der schnittig textilisierte Männerchor rechts.

so gesehen von Torsten Henneken

Üblicherweise versuchen wir es zu vermeiden, auf Landgängen allzu weit vom Meer weg zu sein, um immer eine sichere Fluchtroute heim auf See zu haben, wenn den Landratten unsere spezielle seemännische Charmantizität nicht so gut gefallen sollte. Aber da sich praktisch in fußläufiger Entfernung mit dem Nord-Ostsee-Kanal die meistbefahrenste Wasserkünstlichkeit der Welt zwischen Steinburger Nichts und Rendsburger Wenigkeit entlangschlängelt, auf der wir uns seit der unvergessenen & legendären Wacken-Weihnachtsfeierei auf der Nordstern gut auskennen,  trauten wir uns für ein paar Tage tief rein in die grüne – später zunehmend weißere – Landschaft.

so gesehen von Torsten Henneken

Und das lohnte sich, denn in dem holzbehütteten Rock-Dörflein, das sich da zwischen den mittelholsteinischen Mystic-Woods in die Landschaft schmiegte, fühlten wir uns gleich wie zu Hause. Voller Begeisterung für die lang-gerade gewachsenen Pieksebäume stellten wir uns unmittelbar nach Ankunft mitten ins Gewächs und trällerten den floralen Grünlingen unsere seensuchtsvollen Melodien vor, um zu testen, welches Bäumelein für unsere Bunte Kuh als Ersatzmast in Frage käme.  Alsbald sammelten sich allerdings zahlreiche Rockjünger um uns herum und wogten im Takt des Klanges der Meere mit den Tannen um die Wipfel… äh, Wette.

Gegen Abend hatten wir das besondere Vergnügen im legendären Wackinger aufzutreten.  Unter dem rhythmischen Stampfen der dort von uns unter Einsatz der rasantesten Jigs & Reels in Bewegung gesetzten maritimen Polonäse läuteten wir die eisige Wacken-Winter-Nacht ein. Doch so kalt es draußen war, drinnen wurde die Kleidung der durch Musik und Prozente inspirierten Mit-Schunkler immer weniger. Als wir wieder zu uns kamen, war Morgen. Dennoch trafen wir pünktlich zu unserem Mittags-Gig im Theatre of Grace wieder im Wacken-Dorf ein. Inzwischen hatte man uns dort freundlicherweise sogar eine eigene Kajüte bereitet. Da gab es, extra für uns, ein privates und warmes Plätzchen, hurrah!  Bill blies die Freude glatt den Hut vom Kopf.

Die Wacken Winter Nights waren für uns ein ganz besonderes Erlebnis und jedem, der von der Stimmung an diesem magischen Ort als einmalig, freundlich, und harmonisch berichtet, können wir aus voller Überzeugung nur zustimmen.

Gibson Brands am 31. Januar 2018

Wer sich mit zeitgemäßer Musik – und wie sie gemacht wird – auskennt, dem ist der Name Gibson ein Begriff. Die Marke steht vor Allem für legendäre Gitarren auf denen ebenso legendäre Gitarristen unsterbliche Klassiker vertont haben.

Aber auch für die Hörbarmachung von Tönen ist Gibson zuständig. Entsprechend ist der kleine Konzertsaal von Gibson Innovations, etwa acht Stockwerke über der Nordkanalbrücke „the place to be“ für jeden, der sich legendäre Töne zutraut.

So war es für uns eine ganz besondere Freude, als unsere lieben Freunde von SofaConcerts uns den heißen Tipp gaben, an diesem frösteligen Januar-Abend einmal in der Gibson-Lounge vorbeizuschauen. Hier hatte sich die gesamte feierwütige Truppe von Gibson-Innovations versammelt, um einen informativen und arbeitsreichen Tag hanseatisch ausklingen zu lassen. Und wenn es um „klingen“ geht, ist man bei uns an der besten Adresse.

Umringt von präsentabel ausgestellten Modellen des legendären Gitarren-Herstellers und adäquat vertönt durch allerfeinstes und topmodernes Audio packten wir also unsere liebsten Melodien aus. Und nur wenige Augenblicke später schunkelte die ehrwürdige Bühne, die schon zahlreichen legendären Musikern Grund und Boden geboten hatte, im Takt unserer seensuchtsvollen Klänge.