Scotchtoberfest am 4. Oktober 2014

Dem  Seemann sind insbesondere die Schotten lieb, die ordentlich dicht sind. Dann fährt sich’s gleich nochmal so gut durch’s Sturmgebraus dahin. Aber dichte Schotten und stürmisch-brausender Applaus – das gibt’s beim Scotchtoberfest, zu dem unser Freund MacPiet einmal  jährlich alles Schottlandnahe auch von fern zusammendudelt. Scotchto-PinneKlar wollten wir dabeisein – aber wie würde man auf uns reagieren, dort wo die Männer Röcke und die Frauen Männer tragen? Neben hochprozentigem Kulturaustausch an der Uisge-Bar nahmen wir auch an weiteren schottischen Traditionen anteil, wie „Musik-good-finding“ und „Schunkling and Jumping“. Sogar eine große Trupe von Männern und Frauen mit lauthalsigen Dudelsäcken war dabei! In gewohnter vorauseilender Empathie spleißten wir rasch hinter der Bühne einige unserer gewohnten Seemannsgarn-Taue auf caledonisch um. Und als wir dann unseren nagelneuen Klassiker „Scotch aus Jamaika“ dem hochlandigem Publikum entgegenschleuderten, kam eine Springflut an Hochprozentiger Froheit zurück.

Pirates-Festival, 29. bis 30. August 2014

Abenteuerliche Welt der rechtschaffenen Marine

Abenteuerliche Wunderwelt der rechtschaffenen Marine

Die Niedertracht offenbart sich bereits im Spielwarengeschäft. Da verkauft man Plastikfiguren unter dem Motto „Abenteuerliche Piraten-Wunderwelt“ an – dadurch sicher nicht mehr lange – unschuldige Kinder, die folglich beim nächsten Karneval mit Plastiksäbel und Augenklappe durch die Straßen yarrr-harr’n.

Es sind für uns gerade jene populären trends, die unsere Aufmüpfigkeit befeuern und kein Strom ist breit genug, dass wir nicht versuchen würden, gegenan zu schwimmen. So auch dieses Jahr wieder beim Pirates in Jülich wo sich erneut zahlreiche Wogenstreifer und Dublonengreifer zusammengerottet haben, um einen auf „Spaß für die ganze Familie“ zu machen. aber nicht mit uns  … äh … nicht ohne uns, natürlich!

Bernstorffstraßenfest am 23. August 2014

PG-BernstorffstraßeDie Bernstorffstraße in Hamburgs Westen ist ein geschichtsträchtiges Pflaster. Hier verläuft die Grenze zwischen dem – unter Seeleuten sehr beliebten – Stadtteil Sankt Pauli und dem Bezirk Altona, der schon immer für Freizügigkeit und sonstige Liberalitäten stand … zudem lange Zeit in dänischem Besitz war und die erlauben sich ja bekanntermaßen so Einiges.

So gab es für uns kein Zögern und kein Zaudern, als uns die dort ansässigen Fischköppe zwecks Straßenfestbeschallung auf die Bühne luden.

Wir warteten noch mal eben, taktisch klug, den Riss in der allhimmelich dräuenden Regenwolke ab und schunkelten dann drauflos, bis die Anwesenden dermaßen in Schwung kamen, dass zwischen Altonaern und Paulianern gar kein Unterschied mehr auszumachen war.

Conquest of Mythodea 5. August 2014

PG auf Mythodea 2014 (a)Bereits zum zehnten Mal reisen in diesem Jahr wieder Tausende von Freunden des Phantastischen zu den grünen Weiden des niedersächsischen Dörfchens Brokeloh um hier eine Woche lang der Imagination freien Lauf zu lassen und sich in ein episches Spiel um mystische Mächte und mächtige Mysterien zu begeben.

Natürlich gibt es auch raufende Ritter und feiernde Flegel … und genau hier kommen wir ins Spiel. Zudem liegt uns als Seeleuten, denen man ja schon mal die eine oder andere Flunkerei nachsagt, ja das Fantastische nicht allzu fern. Ebenso geht es unseren mangelernährten Marodebrüdern Mr Hurley und den Pulveraffen.

Daher war es für uns eine Sache der Ehre, auf dem diesjährigen Conquest of Mythodea die Gäste mit ein paar launigen Stories und Melodien auf das Event einzustimmen.

Seemannsgarn: Die historische Pressgang

PressgengIm Gegensatz und im direkten Vergleich (zwei wichtige Faktoren des freien Seehandels) mit seinen Konkurrenten -Spanien und Frankreich – war das Englische Königreich, was Ressourcen angeht, grundsätzlich benachteiligt. Juan oder Jean, aufgewachsen an den Traumstränden der Levante, drängte es natürlich – befeuert von den romantischen Melodien, inspiriert durch die spektakulären Sonnenaufgängen von Marseille oder Malaga – auf’s Meer, das dort im Sonnigen Süden ja auch gar nicht so gefährlich wirkt. Für Jim und John aus Plymouth oder Liverpool lag die Sache natürlich anders, wussten die von wegen täglicher Inaugenscheinnahme her doch ganz genau, wie ungastlich der Ozean ist. Genau auf diese unentschlossenen Geister jedoch zielten es die Pressgangs ab, mobile Motivations-Trupps, die, angetan in schnieker Uniform und mit lustig tanzenden Knüppeln in Händen, die nächtlichen Straßen der Küstenstädte durchstreiften. Ein beliebter Trick des damaligen human-Ressources Managements war, eine Münze in den Krug des zukünftigen Interessenten fallen zu lassen. Fischte der diesen Schilling dann aus dem Bier – nahm er also des Königs Sold – galt er rein rechtlich bereits als Soldat. Damals führten die Wirte Bierkrüge mit Glasböden ein, um ihre Kunden zu schützen.

Hotel Atlantic am 12. Juli 2014

Die Pressgeng im AtlanticAuf Eines kommt es bei der Hochzeit vor allem an: Es gilt, die richtigen Worte zu finden. Der falsche Begriff zum falschen Zeitpunkt kann insbesondere während der Vermählung ebenso unbeabsichtigte, wie eklatante Folgen haben.

Daher stehen wir gerade jungen Paaren ganz am Anfang ihrer Karriere gerne zur Seite. Zum einen ist bei solchen Gelegenheiten weiße Kleidung nicht weiter ungewöhnlich, zum anderen gibt’s immer Kuchen und – schließlich und endlich – gilt es ja in den Hafen der Ehe einzulaufen.

Und wenn die Chose dann auch noch in einem Hotel namens Atlantic, in Sichtweite des größten norddeutschen Binnenmeers „Alster“ steigt, heißt es für uns: „Volle Kraft voraus, Ahoi!“.

Knust am 6. Juni 2014

Der Lattenplatz vor dem legendärem KNUST, der kulturellen Oase auf der geografischen Schnittmenge zwischen Hamburger Schanzen- und Karoviertel,  ist mit Planken ausgelegt und dem Seemann fällt es hier deshalb leicht, sich an Bord seines Schiffes zu träumen. Wenn man die Augen dabei ein klein wenig zusammenkneift, dann scheint das silbrige Band der nahen Feldstraße glatt wie küstennahe Brandung zu glitzern und das Gerausche der Autos wird zu heimeligem Wellengeschwappe.

PG Juni Knust

Nun braucht das nur noch etwas Geschunkle, um das Auf und Ab des Wellengangs zu simulieren – man gut, dass wir immer etwas Schunkelmunition dabei haben und uns auch nicht scheuen, die auszupacken. So shanghaiten wir uns an diesem lauen Sommerabend sowohl all die absichtlich Her- als auch die zufällig Vorbeigekommenen zu uns an Bord und schipperten eine nauthentische  Runde durchs Szeneviertel.

Piratenvaddertach am 29. Mai 2014

PG PiratenvaddertachDas malerische Städtchen Soltau, schönstes Röslein der Heide, verfügt über einen Freizeitpark und einen Designer-Outlet. Hätte Soltau nun noch eine Bundesliga-Mannschaft, wäre es wirklich eine Stadt für die ganze Familie.

Aber dieser Tage tat sich auch mal was für die Männer der Gegend; zwei prächtige Barks stachen mitten auf einer Waldlichtung in See … äh … Gras, und die Parole erklang: Piratenvaddertach is‘! Wo aber arglosen Familien das Piratentum, Geißel der See, als leutseliges event mit gutem Essen und reichlich Bier verkauft wird, da schunkeln wir sofort energisch ein.

Gulden Leeuw, Hamburger Hafen am 9. Mai 2014

PG an Bord (G.Leeuw)Der schnittige Schoner Gulden Leeuw ist natürlich genau unsere Art von Schiff. Daher stiegen wir ohne viel Überlegen ein, als man uns nahelegte, unsere Maritimen Melodien angelegentlich eines rasanten Törns während des Hamburger Hafengeburtstags ins innen und außen gut angefeuchtete Rund zu schmettern.

Lou+Thies (G.Leeuw)Mit den allerglaubwürdigsten Stories unserer zahlreichen Abenteuer ließen wir zum Wohle der Passagiere  – auch und gerade mithilfe reichhaltiger spirituoser Spezereien – die Grenzen zwischen Erdachtem und Erhofftem verschwimmen und trennten uns erst von unserem Publikum, als die Gulden Leeuw bereits energisch am Pier anklopfte.

Engelsaal am 18. März 2014

Nu‘ war das denn endlich soweit. Unter dem Motto ‚Seemann, lass das Träumen‘ lockten wir geneigtes Publikum zahlreich zu unserer Nauthentischen Revue vor die ehrwürdige Bühne des Hamburger Engelsaals … und definierten mit unserem schwergewichtigem Auftritt das Schlagwort von der ‚Leichten Muse‘ völlig neu. Engelssaal Mrz14(2)
Zum Ausgleich – denn gut getrimmt, ist halb gesegelt – erbaten wir uns denn zum Höhepunkt der Darbietung eine originale Nauthentische Muse zu uns auf die Bühne. Links nebenstehend seht Ihr die Jungs eine dreifache Breitseite an Schmacht und Herzschmerz, auf die tapfere Matrosin abfeuern.