Wacken vom 23. bis zum 25. Februar 2018

Wer Wacken kennt, der weiß: Von Wacken bekommt man nie genug! Um den Kernaufgabenbereich des traditionsreichen Festivals herum haben sich inzwischen über die Jahre einige weitere Veranstaltungen hinzugefügt. Dazu gehört zum Beispiel die Full Metal Cruise, auf der  wir uns ja bereits vor einiger Zeit einmal einschiffen durften. Die ganz harten Metallköpfe finden sich allerdings im Februar zu den Wacken Winter Nights in der norddeutschen Tiefebene ein. Angesichts der vor-frühlingshaften Kühle ist es allerdings ratsam, dabei gewisse kleidungstechnische Kompromisse zu machen – siehe der schnittig textilisierte Männerchor rechts.

so gesehen von Torsten Henneken

Üblicherweise versuchen wir es zu vermeiden, auf Landgängen allzu weit vom Meer weg zu sein, um immer eine sichere Fluchtroute heim auf See zu haben, wenn den Landratten unsere spezielle seemännische Charmantizität nicht so gut gefallen sollte. Aber da sich praktisch in fußläufiger Entfernung mit dem Nord-Ostsee-Kanal die meistbefahrenste Wasserkünstlichkeit der Welt zwischen Steinburger Nichts und Rendsburger Wenigkeit entlangschlängelt, auf der wir uns seit der unvergessenen & legendären Wacken-Weihnachtsfeierei auf der Nordstern gut auskennen,  trauten wir uns für ein paar Tage tief rein in die grüne – später zunehmend weißere – Landschaft.

so gesehen von Torsten Henneken

Und das lohnte sich, denn in dem holzbehütteten Rock-Dörflein, das sich da zwischen den mittelholsteinischen Mystic-Woods in die Landschaft schmiegte, fühlten wir uns gleich wie zu Hause. Voller Begeisterung für die lang-gerade gewachsenen Pieksebäume stellten wir uns unmittelbar nach Ankunft mitten ins Gewächs und trällerten den floralen Grünlingen unsere seensuchtsvollen Melodien vor, um zu testen, welches Bäumelein für unsere Bunte Kuh als Ersatzmast in Frage käme.  Alsbald sammelten sich allerdings zahlreiche Rockjünger um uns herum und wogten im Takt des Klanges der Meere mit den Tannen um die Wipfel… äh, Wette.

Gegen Abend hatten wir das besondere Vergnügen im legendären Wackinger aufzutreten.  Unter dem rhythmischen Stampfen der dort von uns unter Einsatz der rasantesten Jigs & Reels in Bewegung gesetzten maritimen Polonäse läuteten wir die eisige Wacken-Winter-Nacht ein. Doch so kalt es draußen war, drinnen wurde die Kleidung der durch Musik und Prozente inspirierten Mit-Schunkler immer weniger. Als wir wieder zu uns kamen, war Morgen. Dennoch trafen wir pünktlich zu unserem Mittags-Gig im Theatre of Grace wieder im Wacken-Dorf ein. Inzwischen hatte man uns dort freundlicherweise sogar eine eigene Kajüte bereitet. Da gab es, extra für uns, ein privates und warmes Plätzchen, hurrah!  Bill blies die Freude glatt den Hut vom Kopf.

Die Wacken Winter Nights waren für uns ein ganz besonderes Erlebnis und jedem, der von der Stimmung an diesem magischen Ort als einmalig, freundlich, und harmonisch berichtet, können wir aus voller Überzeugung nur zustimmen.