Feiern mit Käpt’n Schwandt am 9. Juli 2016

Käptn Schwand GeburtstagWeil wir uns ideal-orgelpfeifig aufgestellt hatten, ganz besonders zusammenrissen und artig die sauber geschrubbten Hände an den linealgeraden Hosennähten hatten, wurden wir Vier am Pier von Winterhude aufgelesen – von der schneeweißen Alsterbarkasse auf der Kapitän Schwandt seinen Ehrentag nachträglich  im Kreise honorigster Persönlichkeiten mit einer gestandenen Feierei a lá Seemannsause beging.  Kaum hatten wir ein launiges “Ahoi“ in die fröhliche Runde geworfen, wurden wir auch schon in selbige aufgenommen und mit warmen Essen und kühlen Getränken bewirtet.

Kapitän Schwandt ist ein gestandener Fahrensmann, seine beim Ankerherz-Verlag erschienenen Erinnerungen haben sich weiträumig best-gesellt und seine vielgelesene Kolummne in der Hamburger Morgenpost ist zudem ein steter Quell nautisch-philosophischer Erkenntnisse aus denen der Kapitän stets tagesaktuelle maritim-menschliche Sinnzusammenhänge knüpft. Daher war es uns eine große Ehre, ihm anlässlich seines 80ten Geburtstages musikalisch gratulieren zu dürfen.

So klatschten wir – wie es Seemannsbrauch ist – schließlich den nördlichsten Punkt des Hamburger Hafens, die Fuhlsbütteler Schleuse, ab. Dann ließen wir an diesem lauen Samstagabend die Melodien der Weltmeere von den ehrbaren Planken der sanft dahinschaukelnden Alsterbarkasse ertönen und beschallten mithilfe unseres ebenso see- wie textfesten Publikums die über verwunschenden Kanälen lauernden Mangroven Hamburgs, bis unsere Fahrt wieder am Pier von Winterhude endete. Hier verabschiedeten wir uns vom Käpt’n und vielen neu gewonnenen Freunden.

Der in der Dämmerung verschwindenden Barkasse wunken wir schließlich noch ein melancholisches „Lebt wohl ihr leichten Mädchen und tschüß, ihr schweren Jungs …“ hinterher, was auch von den Anwohnern des Leinpfades, die als Werber, Anwälte und Medienleute manches grobe Wort gewohnt sind, entsprechend goutiert wurde.