Seemannsgarn: Backbord & Steuerbord

Die rechte und die linke Faust des Shanty

Die rechte und die linke Faust des Shanty

‚Backbord ist links und Steuerbord ist rechts‘

… soweit ein weitverbreiteter Irrglaube, der dem unsachgemäßen Engagement kenntnisbefreiter Landratten im ureigensten Aufgabengebiet des Seemannes, dem Klugschnacken, geschuldet ist. Dabei sind das ja gar keine Positions-, sondern Richtungsangaben, nämlich in Fahrtrichtung, und zwar stets bezüglich des Schiffes. Die Begriffe stammen – wie so vieles – von Früher. Damals gab es nur ganz kleine Schiffe, und wer das Sagen hatte, der saß immer am Steuer – nur war das zu der Zeit noch gar kein Steuer, sondern nur so’n Rundholz an dem nach hintenraus ein Ruderblatt angenagelt war (Schrauben gab es nämlich noch nicht). Der Skipper (Kapitäne waren auch noch nicht erfunden) saß links neben dieser sogenannten ‚Pinne‘ und drückte sie, wenn er nach links fahren wollte, von sich weg, also nach rechts. Das klang auch damals schon verwirrend, daher gab man dem Steuerbedarf in dieser Richtung den Namen ‚Steuerbord‘. War der Richtungsänderungsabsicht Genüge getan, zog der Steuernde die Pinne wieder an sich ran, also zurück. Und das heißt nuneinmal im Englischen back, daher benannte man eben diese Richtung ‚Backbord‘. Lustigerweise sagen ausgerechnet die Briten zu dieser Richtung nun ‚Port‘, aber die waren ja schon immer etwas eigen.