Seemannsgarn: Der Algier-Pass

Press-SeiteSeit der Antike beglückten Piraten das Mittelmeer von ihren Häfen an der nordafrikanischen Küste aus. Es gelang ihnen sogar einst, den jungen Julius Cäsar zu kidnappen und ein fürstliches Lösegeld einzustreichen. Ihre schnellen Galeeren bestückten sie mit Sklaven, die nicht so wohlhabende, oder -wollende Verwandte hatten wie der glückliche Julier.  Eingangs der modernen Neuzeit nannte man diese Seeräuber Barbaresken oder kurz: Berber. Sie operierten von vielen Häfen aus, aber ihre bekannteste Festung war Algier. Einige der berühmtesten Admirale Englands beschäftigten sich nachhaltig mit dieser Festung, aber es gelang nie, sie ganz zu zerstören. Viele Nationen entschlossen sich ab Mitte des 18. Jahrhunderts in Folge einer einfachen Kosten-Nutzen Rechnung dafür, eine Art von Schutzgeld an die bekannteste Postadresse der Barbaresken, den Bey von Algier, zu zahlen. Den dänischen Schiffen wurde daraufhin ein Papier ausgestellt, das an einer vorgegebenen Linie geschnitten und dann jeweils hälftig dem Kapitän und dem Steuermann ausgehändigt wurde. Wurde ihr Pott nun von Marodebrüdern aufgebracht und fühlten die sich auch noch dem ehrenwerten Bey verpflichtet, dann ließen sie den Dänen üblicherweise fahren. Ein solches – ungeschnittenes – Papier, der sogenannte Algier-Pass (=“Algier-Pas“) , ist heute noch im Nationalmuseum in Kopenhagen (=„Hafen der Kaufleute“) zu sehen.